Achtsamkeit im Alltag: Bewusste Wahrnehmung

 

Wir nehmen tagtäglich unzählige Reize in uns auf, der Prozess der Reizaufnahme und Verarbeitung im zentralen Nervensystem ist ein unbewusster Mechanismus. Kennst Du das, dass sich plötzlich Deine Stimmung scheinbar aus dem Nichts verändert? Auch unser Verhalten, unsere Reaktion wird davon beeinflusst. Erst wenn Du tiefer darüber nachdenkst, was genau in Dir passiert ist, kann es sein, dass Du bemerkst, dass die innere Veränderung eine Ursache im Außen hat. Vielleicht eine ungute Kommunikation, ein Blick einer anderen Person, der etwas in Dir ausgelöst hat, eine größere Menschenmenge auf der Straße oder vielleicht warst Du in einem Café mit zu lauter Musik. (Hoch)sensible Menschen reagieren auf die Reize ihrer Umwelt sehr intensiv und nehmen die feinsten Details wahr. Jede Unstimmigkeit kann etwas im Inneren verändern. Gerade dann, wenn die Reize von außen zu stark und lang andauernd sind, ist die Gefahr der Überreizung groß. Dieses Gefühl äußert sich dadurch, dass Du am liebsten nichts mehr wahrnehmen möchtest und einfach Deine Ruhe brauchst. Das ist für (hoch)sensible Menschen immer wieder ein großes Thema.

Stelle Dir die Frage: Was habe ich konkret wahrgenommen und was hat es in mir ausgelöst?

Wenn Du diese Situation kennst, dann lade ich Dich ein, noch mehr Bewusstsein in Deine Wahrnehmung zu bringen. Stelle Dir die Frage: Was habe ich konkret wahrgenommen und was hat es in mir ausgelöst? Dann wird es Dir auch leichter fallen, die wahrgenommene Situation besser zu verstehen und mit ihr umzugehen. Vielleicht entstehen daraus konkrete Impulse für Dein persönliches Handeln und Du bringst das Wahrgenommene in einen näheren Kontext mit Dir und den handelnden Personen in Deinem Umfeld. Es steht in Deinem Ermessen, wann es gut ist, Deine Wahrnehmung zu analysieren. Ich bin ich davon überzeugt, umso bewusster wir werden, umso leichter wird es uns fallen, mit unserer (Hoch)sensibilität umzugehen.

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Werde Dir bewusst, dass nicht alles etwas mit Dir selbst zu tun hat.

Dies finde ich einen ganz wichtigen Aspekt, da wir (hoch)sensiblen Menschen oft Situationen auf uns selbst beziehen, besonders im Kontakt mit anderen Menschen. Dann fühlen wir uns vielleicht schlecht, fragen uns was wir falsch gemacht haben und was wir hätten tun können. Doch vielleicht hatte Dein Gegenüber einfach nur einen schlechten Tag und Du kamst in Kontakt mit seiner Unbewusstheit. Lerne loszulassen, Situationen kommen und gehen. Schließe Deine Augen, atme dreimal tief durch und stelle Dir vor wie die Situation vor Deinem inneren Auge immer kleiner und kleiner wird, bis sie rosinengroß ist und allmählich verpufft. Sei dankbar für die Erfahrung, sie bringt Dich innerlich weiter.

Sei dankbar für Deine ausgeprägte Wahrnehmung und schätze jede Erfahrung wert.

Deine Wahrnehmungsfähigkeit ist ein Geschenk mit hohem Potenzial. Vielleicht wird es an der Zeit Deiner Wahrnehmung mehr zu trauen und Deiner Intuition Raum zu schenken. Vielleicht hast Du manchmal das Gefühl, dass aus dem Nichts etwas hochkommt. Es kann die Antwort auf eine Frage sein oder Du hast das Gefühl einen wichtigen Impuls erhalten zu haben. Sie sind oft das Ergebnis Deiner äußeren und inneren Wahrnehmung. Das heißt Du nimmst viel im Außen wahr hast aber auch die Fähigkeit Deine innere Wahrnehmung zu pflegen. Dazu gehören die Fragen: Was geht in mir vor? Was benötigt meine Seele im Moment? Wo fühlt sich etwas in mir unstimmig an? Die Introspektion, das Wahrnehmen innerer Vorgänge ist ein wichtiger Schlüssel zur Verarbeitung, gerade wenn es im Außen turbulent zu geht.

Dein Körper ist Dein Zuhause, deswegen schenke ihm Deine Aufmerksamkeit.

Vielleicht kennst Du das auch, wenn Du sehr im Kopf bist und in Deinen Gedanken, bleibt Dein Körper auf der Strecke. Da Körper und Geist eine Einheit bilden, ist es so wichtig ihm, Zeit zu schenken. Innere Anspannungen können sich in Deinen Körper manifestieren, das merkst Du zum Beispiel dann, wenn Du Kopfschmerzen hast oder Deine Schultern schmerzen. Ein Weg zu einer guten Körperwahrnehmung, ist der Bodyscan mit dieser Methode gehst Du in einer Meditation durch Deinen Körper und nimmst jeden Körperteil bewusst wahr. Du kannst auch in den schmerzenden Bereich Deines Körpers bewusst hinein atmen und Dir vorstellen wie Du dadurch zu Deiner Heilung beiträgst. Diese Übung mache ich gerne, wenn ich merke, dass ich zu sehr im Außen bin. Wenn wir unseren Körper gut wahrnehmen, können wir noch präsenter im Moment verweilen. Wir nehmen die Grenze wahr zwischen uns und dem Außen. Wir lernen somit uns abzugrenzen. Da ist das Bewusstsein, das wir die Welt und andere Menschen nicht verändern können, die Veränderung fängt in uns an.

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Finde eine Balance Deiner inneren und äußeren Wahrnehmung.

Stell Dir die Frage: Wann ist es wichtig, im Außen präsent zu sein? Und wann ist es an der Zeit Ruhe zu suchen und nach innen zu gehen und dort hineinzuspüren, was Du Dir Gutes tun kannst. Eine gute Möglichkeit nach innen zu gehen ist die Meditation oder Du liegst Dich flach auf den Boden und nimmst Dich bewusst wahr. Nimm auch den Untergrund wahr der Dich trägt und falle in diese Erdung hinein. Atme tief und fülle Deinen Körper mit neuer Energie. Dann wirst Du auch, gut auf Deine Bedürfnisse achtgeben können und Dich vom außen zurückziehen, wenn es an der Zeit ist. Nutze Deine persönlichen Entspannungsmomente, es reichen dabei auch oft auch nur kurze Pausen, um Deine Energie wieder aufzuladen

Wir können nicht immer entscheiden, was wir von außen in uns aufnehmen.

Gewiss können wir nicht alle Reize der Umwelt aus dem Weg räumen, mit manchen Situationen müssen wir lernen zu leben und dabei versuchen, einen Ausgleich und Ruhe zu finden.

Es gibt jedoch auch viele Situationen, in denen ich mich bewusst entscheiden kann, welche Reize ich in mich aufnehme. Hierbei kommen wir zu dem Thema Konsum. Werde Dir besonders bewusst, dass alles, was Du in Dich aufnimmst, einen Einfluss auf Dich und Deine Seele hat. Seien es Informationen von außen wie zum Beispiel Nachrichten, bestimmte Inhalte in der Kommunikation oder nennen wir es Energien, die Du im Umgang mit Anderen wahrnimmst.

Deswegen stelle Dir heute diese folgenden Fragen:

Mit was beschäftigst Du Dich?
Welche Orte tun Dir gut und wo bist Du unruhig?
Mit wem kommunizierst Du im Alltag und welche Wirkung haben diese Gespräche auf Dich?
Was liest Du?
Welche Filme schaust Du Dir an?
Und welche Musik hörst Du?

Dies sind nur ein paar Teilbereiche, bestimmt fällt Dir noch mehr dazu ein.
Werde Dir besonders bewusst was Du täglich konsumierst. Was dringt in Dich ein und fließt durch hindurch? Wie fühlt sich das an? Bringt es Dich weiter auf dem Weg zu Dir selbst zu Deinem wahren Sein?

Was macht es mit Deiner Seele? Kommst Du zur Ruhe oder wühlt es Dich eher auf?
Welche Qualität haben all diese Dinge für Dich oder könntest Du darauf verzichten?

Werde zum Wächter Deiner sensiblen Seele.

Alles, was Du in Dich aufnimmst, formt Dein Wesen. Deswegen werde zum Wächter Deiner sensiblen Seele. Schütze Dich selbst vor Überreizung und Überförderung und schirme Dich ab vor negativen Außeneinflüssen, die Dir nicht gut tun. Das heißt nicht, dass Du Dich immer in Watte packen musst, manchmal, wenn es an der Zeit ist, kannst Du einen Schritt weitergehen und Deine Komfortzone verlassen. Aber nur dann, wenn es für Dich Sinn ergibt und es Dich weiter bringt. Oder, wenn es zum Wohl eines anderen Menschen geschieht, der Dir im Herzen liegt.

Selbstfürsorge

Was brauche ich, damit es mir gut geht? Diese Frage ist für sensible Menschen so wichtig. Es ist gut für sich zu sorgen und keineswegs egoistisch. Sensible Menschen haben zum Teil, das Wohl Anderer viel stärker im Blick als Ihr eigenes Wohl. Aber vergiss nicht, Du kannst nur Sorge für jemand anderen tragen, wenn Du auch auf Dich achtgibst.  Vielleicht erträgst Du eine Situation, die Dir und Deiner Seele schon längst nicht mehr gut tut. Wo ist es Zeit Grenzen zu setzen, um selbst nicht zu Schaden zu kommen? Es geht dabei nicht darum eine Parallelwelt aufzubauen, sondern einen Weg zu finden in dieser Welt gut zu leben. Es ist ein Weg der Dich stärkt und Deinem Wesen Raum schenkt.

Das bedeutet auch, konventionelle Wege zu verlassen und den Mut zu haben seinen eigenen Weg zu gehen.

Eine Informationsdiät kann Ruhe in Dein Leben bringen.

Vielleicht kennst Du das auch, Du machst die Zeitung auf und wirst als sensibler Mensch erschlagen von der vielen Negativität in dieser Welt. Von den Medien wird alles bis auf das kleinste Detail ausgeschlachtet. Mir tut das nicht gut und ich habe gemerkt, dass ich weniger Informationen erhalten möchte. Das heißt nicht, dass man plötzlich gar nichts mehr mitbekommt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass alle wichtigen Informationen zu mir kommen, gerade durch Gespräche mit anderen Menschen. Durch diese Haltung richte ich mich mehr auf das Positive aus. Das schafft den Ausgleich zu der ganzen Negativität in der Welt, wenn man auch die kleinen positiven Details des Alltags wahrnehmen kann.

Manchmal bekommen wir Informationen, die uns eigentlich egal sein könnten, aber wir beschäftigen uns trotzdem damit. Gute Beispiele dafür sind das Fernsehen, Facebook, Youtube etc. Das sind besondere Zeitfresser. Diese Medien sind nicht unbedingt schlecht, sondern teilen auch ganz viele gute Informationen, aber es fällt gelegentlich schwer, zu selektieren. Deswegen schaue ich mir die Startseite bei Facebook relativ selten an, sondern gehen direkt auf Seiten die mich interessieren. Was würde passieren, wenn wir die Zeit die wir für sinnlose Informationen in unser persönliches Wohlbefinden investieren würden? Vielleicht würde das unserem Alltag mehr Ruhe schenken.

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 Weniger Input kann Deine Kreativität fördern.

Aus dieser Ruhe heraus, wächst etwas in uns und wir werden wieder stärker selbst kreativ. Das heißt, gelegentlich ist es gut den Input zu minimieren, um mehr Output zu fördern. Was spricht aus Dir selbst, wenn Du die Stimmen und Informationen von außen reduzierst? Du Dich dem Außen entziehst und Dich der inneren Wahrnehmung widmest? Natürlich können Informationen auch immer wieder Impulse zur eigenen Kreativität geben. Aber es ist auch interessant, die Wurzeln Deiner Kreativität wieder neu zu entdecken. Die Kreativität erblüht im Alleinsein, in der Stille.

Ich hoffe ich konnte Dir mit diesem Blogbeitrag ein paar Impulse geben und freue mich über Kommentare zum Thema.

Von Herzen Denise

 

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