Empathie oder (Mit)-Leiden: Wie du es schaffst im Austausch mit Anderen bei Dir zu bleiben

Die Empathie ist den meisten (hoch)sensiblen Menschen in die Wiege gelegt wurde. Empathie ist die Fähigkeit, Gedanken und Emotionen eines anderen wahrzunehmen und sich in einen anderen Menschen einzufühlen. Passiert dies in einem übersteigernden Maße, dann kann es zu einer Art (Mit)-Leiden kommen. Die Grenzen zwischen Dir und Deinem Gegenüber verschwimmen, die seelischen Belastungen eines Anderen übertragen sich auf Dich. Du hörst der Person einfühlend zu und plötzlich bist Du Teil der Geschichte eines Anderen und fängst buchstäblich an zu Leiden, obwohl Du nur Zuhörer warst und kein wirklicher Akteur. Du bist nicht mehr bei Dir und nimmst die Grenzen zwischen Dir und Deinem Gegenüber nicht mehr wahr.

In dieser Situation kann es Dir helfen, dass Du wieder bewusst Deinen Körper wahrnimmst. Dich auf Dein ein-und ausatmen konzentrierst, während Du trotzdem den Erzählungen Deines Gegenübers Beachtung schenkst.
Manchmal hilft es Dir auch, etwas in der Hand zu halten. Eine Dozentin von mir bewegte zum Beispiel immer unauffällig einen Ring in ihren Fingern. Oder Du trägst ein Gummiband an Deinem Arm, welches Dich darin erinnert „Ich bin ich und Du bist Du“.
Du kannst auch aussprechen, was das Gesagte in Dir auslöst. Dein Gesprächspartner ist Dir bestimmt dankbar darüber und fühlt sich durch Dein Einfühlen verstanden. Außerdem verringert es die Gefahr, dass Du die Worte unbewusst in Dich eindringen lässt und diese somit Deine Gefühle verändern und Du Dich nach diesem Gespräch „down“ fühlst.

Dass sich meine Gefühle Austausch mit Anderen verändern, ist mir in meinem Leben schon häufig passiert. Hast Du dies auch schon erlebt?

Ich möchte Dir von meiner Geschichte erzählen, vor ca. einer Woche, hat mir eine Freundin etwas sehr Persönliches erzählt. Sie wurde von einem Mann nicht gut behandelt. Während ihrer Erzählung hatte ich ganz viele innere Bilder und intensive Gefühle. Es kam so weit, dass ich nach diesem Gespräch eine „Angst“ empfand. Durch mein Einfühlungsvermögen war ich plötzlich Teil der Geschichte. Ich habe die Gefühle meiner Freundin während des erzählten Vorfalls übernommen und gemerkt, dass diese Erfahrung auch in Verbindung mit den Erfahrungen in meiner Vergangenheit steht.

Geschichten einer anderen Person Triggern uns besonders dann, wenn wir schon einmal ähnliche Erfahrungen gemacht haben, oder sie unsere tiefsten Ängste hervorholen.

Wenn Du diesen Zustand des (Mit)-Leidens empfindest, lade ich Dich dazu ein in einem Ritual dieses Leiden loszulassen und eine gute Form der Empathie, die Dich weniger belastet aufzubauen.

Dabei gehst Du in Dich und nimmst noch mal wahr, was der andere Dir mitteilen wollte.Lass die Geschichte noch einmal Revue passieren und versuche innere Bilder entstehen zu lassen.
Du schließt die Augen und lässt diese Bilder auf Dich wirken.

Nun konzentrierst Du Dich auf Deine Atmung. Bei jedem Ausatmen schenkst Du Deinem Gegenüber (dem Erzähler der Geschichte) Deine tiefe Anteilnahme und Liebe. Stell Dir vor, wie ein heller Strahl aus Deinem Herzen zu diesem Menschen fließt. Gerne kannst Du wieder innere Bilder dazu entstehen lassen. Dies kannst Du später gerne auf direktem Weg tun, in dem Du Dich noch einmal für das Teilen der Erfahrung bedankst.

Dann gehst Du nochmal tief in dich und spürst hinein, warum diese Geschichte dich so stark bewegt hat. Geht es nur um dein Gegenüber oder vielleicht auch um dich selbst?
Vielleicht siehst du Bilder der Vergangenheit, die dich immer noch belasten und die noch einmal gesehen werden wollen. Lass Dir genügend Zeit, die inneren Bilder wahrzunehmen und nutze Sie dafür diese Themen der Vergangenheit in nächster Zeit für dich zu klären und aufzulösen.

Du nimmst tiefe bewusste Atemzüge und stellst Dir vor, wie Du Licht und Liebe in deine persönlichen Erfahrungen atmest und diese langsam loslässt. Dies kannst Du immer dann tun, wenn die Gedanken an das Vergangene Dich behindern, wirklich im Moment zu sein.

Du kannst gerne noch in der Stille verweilen.

Für einen sensiblen Menschen ist es so wichtig zu reflektieren, welche Gefühle von einem Selbst stammen oder von einem Anderen übernommen wurden. Empathie ist eine wunderschöne Sache und bereichert Beziehungen, wenn Du Deine Gefühle aufmerksam reflektierst und betrachtest, lässt Du Dich weniger von den Erfahrungen Deines Gegenübers herunterziehen. Sondern Du kannst ein guter Zuhörer sein und diesen Menschen durch Deine Ideen und Impulse bereichern und aktiv helfen.

Hast du selbst Erfahrungen mit dem Thema? Ich freue mich auf deine Kommentare.
Alles Liebe
Denise

4 thoughts on “Empathie oder (Mit)-Leiden: Wie du es schaffst im Austausch mit Anderen bei Dir zu bleiben

  1. Hallo liebe Denise,

    herzlichen Dank für den Beitrag. Ein wundervoller erster Beitrag. Wow. 🙂

    Ich werde beim nächsten Mal in solch einer Situation das mit einem Ring in der Hand ausprobieren.

    Ich finde es so toll, wenn man immer klarer sieht und nicht einfach nur in verschiedensten Gefühlen taumelt. 😉

    Ich schicke dir ganz viel Liebe für dein Projekt.
    Tina

  2. Danke, liebe Tina. Es freut mich sehr, dass Dir dieser Impuls etwas gebracht hat. Dieser Klarheit zu erlangen ist manchmal nicht einfach, aber wir sind auf dem Weg…

    Danke Dir, das wünsche ich Dir auch von Herzen <3

  3. Liebe Denise, herzlichen Dank für diesen schönen Artikel 🙂 Was Du schreibst kenne ich sehr gut und ich werde die Meditation mit dem Herzstrahl auf jeden Fall ausprobieren. Herzliche Grüße Alexandra

    1. Oh, Danke liebe Alexandra das freut mich sehr wenn Dir der Beitrag etwas gebracht hat. Ja, probiere die Meditation aus und berichte gerne ob sich in Dir etwas verändert. Das wäre toll!:-)
      Alles Liebe!

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